Kein Lebenslauf. Eine Geschichte.
Weil das der einzige Weg ist, wirklich zu verstehen,
warum Nachhaltigkeitskommunikation meine Berufung ist.
Nicht im metaphorischen Sinne. Ich meinte es ernst. Die Natur, die Tiere, die Stille in den Bergen — das war nicht Kulisse, das war Heimat. Und ich habe früh begriffen, dass diese Heimat nicht selbstverständlich ist.
Dieser Antrieb hat mich nicht verlassen. Er hat sich verwandelt.
Ich habe mich ausgebildet. Ich kenne die Normen, die Regularien, die Reporting-Frameworks. Ich habe verstanden, wie Nachhaltigkeit in Unternehmen funktioniert — oder funktionieren sollte.
Und dann saß ich in Gesprächen. Mit Geschäftsführern, mit Teamleitern, mit Menschen, die es besser machen wollten. Und ich sah: Die Daten haben sie nicht bewegt. Die Normen haben sie nicht bewegt. Die Pflicht hat sie nicht bewegt.
Ich saß in einem Leihwagen, irgendwo zwischen Salzburg und einer Ausfahrt, die ich nicht mehr weiß. Ich hatte gerade ein Gespräch hinter mir. Freundlich. Professionell. Kurz. „Kein Bedarf. Wir melden uns.“
Sie haben sich nie gemeldet.
Ich war traurig. Aber darunter war etwas anderes: diese stille, ratlose Wut, die kommt, wenn man sieht, dass jemand weiß, dass er Fehler macht — und trotzdem weitermacht. Nicht aus Böswilligkeit. Sondern weil niemand ihm die richtigen Worte gegeben hat.
Ein paar Wochen später. Abendessen mit Freunden. Kein Pitch, kein Meeting. Wein, Holztisch, Kerzenlicht. Jemand fragte: „Was machst du eigentlich gerade?“ Und ich erzählte. Nicht strukturiert. Einfach ehrlich.
Die Messer lagen auf dem Tisch. Das Essen wurde kalt.
Eine Freundin sagte leise: „Das habe ich noch nie so gehört.“
Dieselben Fakten. Dieselbe Überzeugung. Kein einziges neues Argument. Aber diesmal hatte es etwas gemacht.