Ich hatte kürzlich ein Gespräch mit Marvin, dem Gründer von itemary. Und ich war begeistert — nicht nur von seiner Idee, sondern vor allem von seiner Geschichte. Denn sie erzählt von etwas, das viele kennen: dem Frust, wenn man etwas verändern will und trotzdem nicht weiterkommt.
Volle Zustimmung. Schulterklopfen. Und dann?
12 Jahre lang arbeitete Marvin in einem Angestelltenverhältnis. Er hielt Vorträge bei Vorständen, überzeugte mit Argumenten, erntete Zustimmung. Die Ideen waren gut, die Reaktionen positiv. Aber was folgte, war meistens: nichts.
„Tolle Präsentation. Wirklich gut. Wir melden uns.“
Die Wirtschaft funktioniert nach ihren eigenen Mustern. Über Jahrzehnte darauf trainiert, nach Superlativen zu greifen, nach Wachstum, nach dem nächsten Quartalsbericht. Für Marvin war das auf Dauer kein befriedigendes Umfeld. Er wollte echten Impact. Er wollte wirklich etwas verändern.
Kündigung, Koffer, Klarheit.
Also tat er das, was viele denken aber die wenigsten wirklich tun: er kündigte. Sechs Monate Reise waren geplant — fremde Länder, Abstand, neuer Horizont. Doch bevor es losging, stand erst einmal Haushaltsauflösung auf dem Programm. Es reist sich leichter mit weniger Ballast.
Also: Kisten vom Dachboden holen, sortieren, aussortieren. Schnell war klar — da lagen haufenweise Dinge, die noch gut waren. Kleidung, die noch getragen werden konnte. Dinge, die ein zweites Leben verdienten.
Also ab damit auf die Verkaufsplattformen. Fotografieren, beschreiben, hochladen. Und nochmal. Und nochmal. Bei so vielen Sachen wurde das schnell zur Mamutaufgabe. Marvin stoppte — und reiste erst einmal los.
Ferne Länder, neue Ideen.
Ferne Länder erweitern bekanntlich den Horizont. Sie lassen Gedanken atmen, Kreativität sprießen. Zurück in Hamburg, seiner nordischen Heimat, ließ ihn das Dachbodenproblem nicht los.
Es muss einen leichteren Weg geben. Sachen verkaufen, ohne stundenlang Inserate zu tippen. Ein Foto machen — und der Rest erledigt sich von selbst.
So entstand itemary. Fotografieren, KI bewertet und beschreibt automatisch, hochladen auf eBay Kleinanzeigen, Vinted & Co. — in Sekunden statt Stunden.
Warum mich das inspiriert hat.
Was mich an Marvins Geschichte so begeistert, ist nicht primär die Technologie. Es ist der Grundgedanke dahinter: Nachhaltigkeit funktioniert nur dann, wenn sie niedrigschwellig ist.
Wer Kleidung weitergeben will, tut das nicht, weil er einen Nachhaltigkeitsbericht gelesen hat. Er tut es, wenn es einfach genug ist. Wenn der Aufwand kleiner ist als der Gewinn — in Zeit, in Geld, in gutem Gefühl.
Kreislaufwirtschaft braucht keine komplizierten Systeme. Sie braucht clevere Wege, die Menschen dort abholen, wo sie stehen. itemary ist so ein Weg. Keine Belehrung, kein Fingerzeig — nur eine App, die eine lästige Aufgabe abnimmt und dabei gleichzeitig etwas Sinnvolles bewirkt.
Das nachhaltigste Kleidungsstück ist das, das bereits existiert.
Bevor Altkleider im Müll landen, ist es wert zu fragen: Hat dieses Stück ein zweites Leben verdient? Meistens lautet die Antwort: ja.
Kleidung ein
zweites Leben geben.
itemary macht den Verkauf gebrauchter Kleidung so einfach wie möglich — schnell, unkompliziert, sinnvoll.